Modernes Haus mit zentraler Lüftungsanlage

Zentrale Lüftungsanlage: Schlüssel zu Effizienz und optimalem Raumklima

Haustechnik

Eine effiziente und gut geplante zentrale Lüftungsanlage ist das Herzstück eines modernen Gebäudes, das Komfort und Energieeffizienz in den Vordergrund stellt. In Zeiten, in denen Energiekosten steigen und das Bewusstsein für gesundes Wohnen zunimmt, gewinnt die zentrale Lüftungsanlage immer mehr an Bedeutung. Sie sorgt nicht nur für frische Luft und ein angenehmes Raumklima, sondern hilft auch, Energiekosten zu senken und die Umwelt zu schonen. Hier erfahren Sie alles Wichtige rund um die Planung und Konzeption einer zentralen Lüftungsanlage, damit Sie eine fundierte Entscheidung treffen können, die Ihren Bedürfnissen entspricht.

Frische Luft in Ihrem Zuhause: Verstehen Sie die verschiedenen Lüftungsmethoden

Stellen Sie sich vor, Ihr Zuhause wäre wie eine große Lunge, die regelmäßig atmen muss, um gesund zu bleiben. Ohne gute Luft können unangenehme Gerüche, Feuchtigkeit, Schadstoffe und Viren sich ansammeln – das ist so, als würde Ihre Wohnung „schlechte Luft“ atmen. Um dies zu verhindern, ist regelmäßiges Lüften unerlässlich. Dies sorgt nicht nur für ein angenehmes Raumklima, sondern hält auch Ihre Wohnräume gesund.

Eine einfache Methode hierfür ist die „freie Lüftung“. Das bedeutet, dass Sie einfach Ihre Fenster öffnen, um frische Luft hereinzulassen. Diese Art der Lüftung nutzt natürliche Kräfte wie Wind und Temperaturunterschiede, um die Luft in Ihrem Zuhause zu erneuern. Manchmal reicht es auch, dass Luft durch kleine Spalten an Türen oder Fenstern strömt – das nennt man Fugenlüftung.

In modernen Energiesparhäusern und bei der Sanierung von Altbau wird jedoch darauf geachtet, dass so wenig Wärme wie möglich entweicht. Diese Gebäude sind fast luftdicht, was großartig für die Energieeffizienz ist, aber eine Herausforderung für die Lüftung darstellen kann. Wenn Sie tagsüber nicht zu Hause sind, kann es schwierig sein, regelmäßig zu lüften. In solchen Fällen reicht die einfache Fensterlüftung oft nicht aus, um die Luftqualität aufrechtzuerhalten. Für solche modernen oder sanierten Gebäude ist daher ein durchdachtes Lüftungskonzept notwendig. Dieses Konzept legt fest, welche technischen Lüftungssysteme benötigt werden, um sicherzustellen, dass Ihr Zuhause immer mit optimaler Luftqualität versorgt wird, auch wenn Sie nicht da sind.

Einführung in Lüftungskonzept: Warum sie wichtig sind und wer sie braucht

Ein Lüftungskonzept ist wie ein Fitnessplan für Ihr Haus, der sicherstellt, dass es immer ausreichend gelüftet wird. Dies ist besonders wichtig, wenn Sie ein neues Haus bauen oder Ihr altes Haus renovieren, um es gemütlicher und energieeffizienter zu machen. Wenn Sie Ihr Haus besser isolieren, um es warmzuhalten und Energie zu sparen, kann es sein, dass die Luft nicht mehr so frei fließen kann wie früher. Vielleicht müssen Sie Ihre Lüftungsgewohnheiten ändern, um sicherzustellen, dass die Luft in Ihrem Haus frisch bleibt durch eine kontrollierte Wohnraumlüftung. Das ist besonders der Fall, wenn Sie große Teile Ihres Hauses dämmen. 

Es gibt eine Regel, die DIN 1946-6, die besagt, wie Sie Ihr Haus lüften sollten, um Schimmel und Feuchtigkeit zu vermeiden, selbst wenn Sie nicht zu Hause sind. Ein Lüftungskonzept hilft Ihnen zu zeigen, dass Ihr Haus immer genug frische Luft bekommt, um solche Probleme zu vermeiden. Wenn das nicht der Fall ist, schlägt es vor, was Sie tun können. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Sie Ihr Haus lüften können, ohne dass Sie immer daran denken müssen, die Fenster zu öffnen:

  • Lüftungsschlitze im Fensterrahmen,
  • Lüftungsöffnungen in der Außenwand,
  • Ventilatorgestützte Lüftungsanlagen, die zentral oder dezentral arbeiten können.

Wenn Sie Räume ohne Fenster haben, wie ein Badezimmer oder eine Toilette, gibt es spezielle Regeln (DIN 18017-3), die sicherstellen, dass auch diese Räume gut belüftet werden. Je nachdem, wie Sie Ihr Haus nutzen und wie viele Menschen darin leben, können Sie verschiedene Lüftungsstufen wählen, um sicherzustellen, dass Ihr Haus immer frisch und gesund bleibt:

  • Lüftung zum Feuchteschutz: Das ist die Basislüftung, die sicherstellt, dass Ihr Haus auch dann trocken bleibt, wenn es leer steht, indem sie aktiv die Luftfeuchtigkeit entzieht.
  • Reduzierte Lüftung: Hiermit sorgen Sie dafür, dass Schadstoffe und CO₂ aus der Luft entfernt werden, selbst wenn Sie nicht zu Hause sind.
  • Nennlüftung: Zusätzlich zum normalen Lüften mit Fenstern können Sie spezielle Ventilatoren nutzen, um die Luftqualität zu verbessern.
  • Intensivlüftung: Wenn viele Menschen im Haus sind oder Sie kochen und waschen, hilft diese Lüftungsstufe, die Luft besonders sauber zu halten.

Wenn Sie Ihr Haus energetisch verbessern wollen, gibt es ein Online-Tool vom Bundesverband für Wohnungslüftung e. V. (VfW), das Ihnen hilft zu prüfen, ob Sie zusätzliche Lüftungsmaßnahmen benötigen. Dieses Tool kann Ihnen auch dabei helfen, Ihre Renovierungspläne besser zu planen.

Verschiedene Lüftungssysteme für jedes Zuhause

Nicht jedes Haus „atmet“ auf die gleiche Weise. Es gibt verschiedene Arten von Lüftungsanlagen, und je nach Ihrem Haus und Ihren Bedürfnissen könnte eine bestimmte Art besser passen als eine andere. Und das Beste? Selbst wenn das Wohngebäude schon etwas älter ist, können Sie es mit einer modernen Lüftungsanlage „nachrüsten“, um frische Luft hereinzulassen. Hier ein einfacher Überblick über die verschiedenen Systeme:
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Einfache Abluftanlagen

Sie sind wie die kleinen Lüfter in Ihrem Badezimmer oder Ihrer Küche. Sie ziehen feuchte oder „verbrauchte“ Luft heraus und sorgen so dafür, dass frische Luft von draußen nachströmen kann. Stellen Sie sich vor, Sie öffnen ein Fenster, aber ohne die Zugluft. Diese Systeme sind einfach, aber effektiv und eignen sich besonders für kleinere Räume.
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Wohnraumlüftung: Zentrale Zu- und Abluftanlagen

Diese Anlagen sind wie das zentrale Nervensystem Ihres Hauses für den Luftwechsel. Sie kontrollieren die Luftzirkulation im ganzen Haus, indem sie verbrauchte Luft absaugen und frische, vorgewärmte Luft hereinlassen. Es ist, als würden Sie die Fenster öffnen, aber ohne die Wärme zu verlieren. Diese Systeme sind besonders gut für größere Häuser oder wenn Sie die Luftqualität im ganzen Haus verbessern möchten.
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Dezentrale Wohnraumlüftung: Zu- und Abluftanlagen

Es handelt sich um eine flexible Lösung, die ohne große Umbauten auskommt. Sie arbeiten lokal in einzelnen Räumen und sind daher ideal, wenn Sie nur bestimmte Bereiche Ihres Hauses verbessern möchten. Stellen Sie sich vor, jedes Zimmer hätte seine eigene kleine Lüftungsanlage, die Luft direkt von draußen holt.

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Pendellüfter

Und dann gibt es noch die Pendellüfter, eine clevere Lösung, die abwechselnd Luft rein- und rauslässt, um die Wärme zu bewahren. Es ist, als würde Ihr Haus „atmen“ lernen, indem es abwechselnd ein- und ausatmet, um die Luft frisch zu halten. Egal, ob Sie ein neues Haus bauen oder Ihr aktuelles Zuhause verbessern möchten, es gibt eine Lüftungslösung, die passt. Und denken Sie daran: Eine gute Lüftungsanlage macht Ihr Zuhause nicht nur komfortabler, sondern kann auch dabei helfen, Energie zu sparen und die gute Luftqualität zu gewährleisten.

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Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung: Die clevere Art zu heizen und Energie zu sparen

Stellen Sie sich vor, Ihre Heizung könnte die Wärme aus der Luft, die Sie sowieso aus Ihrem Haus pusten, zurückgewinnen und wieder verwenden. Genau das macht eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Sie fängt die Wärme aus der verbrauchten Luft ein, bevor sie nach draußen entweicht, und nutzt diese Wärme, um frische, von draußen kommende Luft zu erwärmen. Das ist nicht nur clever, sondern spart auch eine Menge Energie. Dank dieser Technologie wird weniger Energie benötigt, um Ihr Haus warmzuhalten. Außerdem sorgt die vorgewärmte Frischluft für ein angenehmes Raumklima und hilft, Feuchtigkeitsschäden und Schimmelbildung zu verhindern, was bei Systemen der kontrollierten Wohnraumlüftung häufig der Fall ist.

Ein weiterer Pluspunkt: Diese Systeme sind extrem effizient. Viele Modelle erreichen einen Wirkungsgrad von über 80 Prozent. Das bedeutet, sie nutzen mehr als 80 Prozent der Energie aus der verbrauchten Luft wieder, hauptsächlich durch Techniken wie Wärmerückgewinnung und effizienten Luftaustausch. Manche Anlagen sind sogar so effizient, dass sie 15- bis 20-mal mehr Energie sparen, als sie selbst verbrauchen. Das ist, als würden Sie für jeden Euro, den Sie in die Anlage stecken, 15 bis 20 EUR zurückbekommen. Kurz gesagt, eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung macht Ihr Zuhause nicht nur gemütlicher und gesünder, sondern auch wirtschaftlicher.

Welche Technologien werden bei der Wärmerückgewinnung in Lüftungsanlagen eingesetzt und wie unterscheiden sie sich voneinander?

Luft-Luft-Wärmetauscher: Diese Geräte arbeiten mit einem Trick, bei dem Wärme von der alten, abziehenden Luft (Abluft) auf die frische, hereinkommende Luft (Zuluft) übertragen wird. Stellen Sie sich zwei Züge vor, die aneinander vorbeifahren: Einer gibt Wärme ab, der andere nimmt sie auf, ähnlich wie bei einem effizienten zentralen Lüftungsgerät. Das passiert entweder direkt nebeneinander (Kreuzstromprinzip) oder entgegengesetzt (Gegenstromprinzip). In kleineren, dezentralen Systemen, die direkt in der Wand sitzen, passiert dieser Austausch in einem kompakten Gerät.

Wärmepumpe: Diese nutzt einen Wärmetauscher, um Wärme aus der Außenluft zu extrahieren. Diese Wärme kann dann zum Aufwärmen von Trinkwasser oder zur Unterstützung Ihrer Heizung verwendet werden. Es ist, als würden Sie die Restwärme eines Backofens nutzen, um Ihr Abendessen warmzuhalten.

Erdreich-Wärmetauscher: Bei dieser Methode werden Luftkanäle im Boden verlegt, um die Luft vorzukühlen oder vorzuwärmen, je nach Jahreszeit. Das klingt zunächst toll, weil es die natürliche Temperatur des Erdreichs nutzt. Allerdings ist diese Technik teuer und kann hygienische Risiken bergen, da sich in den Kanälen Feuchtigkeit und damit Bakterien und Schimmel bilden können.

Erdreich-Sole-Wärmetauscher: Diese Variante ist eine Weiterentwicklung des Erdreich-Wärmetauschers. Hier wird die Erdwärme zuerst auf eine Flüssigkeit (Sole) übertragen, die dann die Luft erwärmt. Das verhindert, dass die Luft direkt mit dem Erdreich in Kontakt kommt, was hygienischer ist.

Jede dieser Methoden hat ihre Vor- und Nachteile, aber alle zielen darauf ab, die Energie, die Sie zum Heizen Ihres Hauses verwenden, effizienter zu nutzen.

Wie plant man eine effektive Lüftungsanlage?

Wenn Sie planen, eine Lüftungsanlage in Ihrem Neubau oder bei einer Sanierung zu installieren, gibt es einige wichtige Punkte, die Sie beachten sollten, um sicherzustellen, dass die Anlage effizient und wirtschaftlich arbeitet. Hier ist eine einfach verständliche Anleitung, die Ihnen hilft, die Planung Ihrer Lüftungsanlage optimal zu gestalten:
  • Luftdichte Gebäudehülle: Stellen Sie sich Ihr Haus wie eine Thermoskanne vor. Damit die Wärme (oder im Sommer die Kühle) im Haus bleibt, muss es gut abgedichtet sein. Eine Luftdichtheitsmessung hilft dabei, sicherzustellen, dass die Luft nur dort ein- und austritt, wo sie soll, und nicht durch Ritzen und Spalten entweicht.
  • Kluge Anordnung der Abluftzonen: Ähnlich wie bei einem gut organisierten Arbeitsplatz sollten die Räume, aus denen Luft abgesaugt wird – wie Küche, Bad und WC – möglichst nah beieinander liegen. Das spart Material und Kosten für die Installation, da weniger lange Rohre benötigt werden.
  • Stromverbrauch im Blick behalten: Die Ventilatoren in der Lüftungsanlage sind die Hauptverbraucher von Strom. Bei gut eingestellten Anlagen, besonders solchen mit Wärmerückgewinnung, wird jedoch mehr Energie gespart als verbraucht. Für ein Einfamilienhaus können Sie mit einem jährlichen Stromverbrauch von etwa 200 bis 400 Kilowattstunden rechnen.
  • Energielabel beachten: Wie bei anderen Haushaltsgeräten auch, haben Lüftungsgeräte ein Energieeffizienzlabel, das Ihnen zeigt, wie energieeffizient das Gerät ist. Achten Sie auf Geräte der Klassen A+ bis D, um sicherzustellen, dass Ihre Lüftungsanlage umweltfreundlich und kosteneffizient ist.
  • Qualitätssiegel Raumlufttechnik: Zukünftig wird es ein Qualitätssiegel geben, das Lüftungsanlagen auszeichnet, die nicht nur die Luft austauschen, sondern sie auch behandeln oder klimatisieren können. Dieses Siegel bestätigt, dass die Anlage effizient arbeitet und gute Raumluft liefert. Hier können Sie zu dem Qualitätssiegel Raumlufttechnik für zentrale Lüftungsgeräte mehr erfahren. 
  • Raumluftabhängige Feuerstätten berücksichtigen: Wenn Sie einen Kaminofen oder Gasherd nutzen, der Luft aus dem Raum zieht, müssen Sie dies in der Planung Ihrer Lüftungsanlage berücksichtigen. Ein frühzeitiges Gespräch mit Ihrem Schornsteinfeger kann helfen, beide Systeme sicher und effizient zu kombinieren.
  • Wartungsfreundlichkeit sicherstellen: Eine Lüftungsanlage muss regelmäßig gewartet werden, um ihre Leistung und Sauberkeit zu erhalten. Planen Sie daher von Anfang an leicht zugängliche Wartungsöffnungen und schützen Sie die Leitungen während der Bauphase vor Staub und Schmutz.

Optimale Betriebseinstellung für die zentrale Lüftungsanlage ist entscheidend

Bevor Ihre Lüftungsanlage loslegt, ist es wichtig, sie richtig einzustellen. Das bedeutet das, dass die Luftströme genau so eingestellt werden müssen, wie Sie es benötigen – das nennt man „Einregulieren“. Es ist eine gute Idee, sich von einem Experten zeigen zu lassen, wie alles funktioniert.

Bei einfachen Abluftanlagen, die Sie mit einem Schalter an- und ausschalten, ist das Ganze ziemlich unkompliziert. Bei größeren, zentralen Lüftungsanlagen können Sie die Grundlüftung direkt am Lüftungsgerät einstellen, was für einen optimalen Luftaustausch sorgt. Und das Tolle ist: Sie können sogar die Lüftungsstärke in verschiedenen Räumen individuell anpassen. Um sicherzustellen, dass die Luft in Ihrem Zuhause immer frisch und angenehm ist, können Sie Technik zu Hilfe nehmen: CO₂-Sensoren und Feuchtigkeitsmesser (Hygrometer) überwachen die Luftqualität und passen die Lüftung automatisch an, wenn es nötig ist. Es ist, als hätten Sie einen unsichtbaren Helfer, der dafür sorgt, dass die Luft immer genau richtig ist.

So halten Sie Ihre Lüftungsanlage in Bestform: Praktische Tipps zur Wartung und Reinigung

Um sicherzustellen, dass Ihre Lüftungsanlage effizient arbeitet und die Luft in Ihrem Zuhause sauber bleibt, ist eine regelmäßige Wartung und Reinigung unerlässlich. Hier ein einfacher Leitfaden, wie Sie Ihre Lüftungsanlage in Topform halten:
  • Jährliche Wartung: Es ist empfehlenswert, Ihre Lüftungsanlage mindestens einmal im Jahr von einem Fachmann warten und reinigen zu lassen. Dies hilft, die Lebensdauer der Anlage zu verlängern und ihre Effizienz zu erhalten.
  • Filterwechsel: Die Filter spielen eine entscheidende Rolle, indem sie Pollen, Staub und andere Schwebstoffe aus der Luft filtern. Feinstaubfilter der Klasse F7 beispielsweise fangen über 90 Prozent dieser Partikel ab. Aus hygienischen Gründen sollten die Zuluftfilter je nach Luftqualität alle 3 bis 6 Monate, spätestens jedoch nach einem Jahr gewechselt werden. Abluftfilter sollten ebenfalls regelmäßig überprüft und bei Bedarf ausgetauscht werden, abhängig von der Staub- und Pollenbelastung.
  • Automatische Filterüberwachung: Viele moderne Lüftungsanlagen verfügen über eine automatische Filterüberwachung, die Ihnen anzeigt, wann ein Filterwechsel notwendig ist. Dies ist effektiver als Systeme, die lediglich zeitabhängig erinnern, da sie den tatsächlichen Zustand der Filter berücksichtigen.
  • Reinigung der Luftleitungen: Bei zentralen Lüftungsanlagen ist dies besonders wichtig, um einen effizienten Luftaustausch zu gewährleisten. Um eine gründliche Reinigung der Luftleitungen zu erleichtern, sind Revisionsöffnungen und möglichst kurze Leitungen vorteilhaft. Es wird empfohlen, nach etwa 10 Jahren eine Fachfirma mit der Reinigung zu beauftragen. Bei dieser Gelegenheit sollte auch die ursprüngliche Einstellung der Anlage überprüft werden, da diese sich durch die Reinigung verändert haben könnte.

Kostenüberblick: Von der Planung bis zum Betrieb einer Lüftungsanlage

Die Kosten für eine Lüftungsanlage und ein Lüftungskonzept variieren je nach verschiedenen Faktoren wie Anlagensystem, baulichen Gegebenheiten und individuellen Komfortansprüchen. Ein Lüftungskonzept für ein Ein- oder Zweifamilienhaus kostet in der Regel zwischen 300 und 400 EUR, wobei eine genaue Auskunft von Energieberatern oder Planern für haustechnische Anlagen gegeben werden kann, die auch das Konzept erstellen.

Anschaffungskosten für Lüftungsanlagen hängen stark von der Art der Anlage ab. Dezentrale Lüftungsanlagen beginnen bei etwa 2.500 Euro, während zentrale Lüftungsanlagen zwischen 8.000 und 16.000 EUR kosten können, abhängig von der Ausstattung und ob sie mit Wärmerückgewinnung ausgestattet sind.

Zusätzlich zu den Anschaffungskosten fallen laufende Kosten für Betriebsstrom, Wartung, Filterwechsel und Reinigung an. Der jährliche Strombedarf einer Lüftungsanlage kann beispielsweise 300 kWh betragen, was bei einem Strompreis von 40 Cent/kWh etwa 120 EUR pro Jahr kostet. Die Kosten für einen kompletten Filtersatz liegen zwischen 40 und 90 EUR pro Jahr, und die Reinigung der Kanäle, die nur alle 10 Jahre erforderlich ist, kann zwischen 400 und 800 EUR kosten.

Zur Berechnung der Betriebskosten einer Lüftungsanlage kann die spezifische Ventilatorleistung (SFP) herangezogen werden, wobei zentrale Lüftungsgeräte häufig eine effizientere Luftverteilung ermöglichen. Der jährliche Strombedarf wird ermittelt, indem die spezifische Ventilatorleistung mit dem Luftvolumenstrom und der jährlichen Betriebszeit multipliziert und durch 1000 geteilt wird. Dieser Wert wird dann mit dem Strompreis pro Kilowattstunde multipliziert, um die jährlichen Stromkosten zu berechnen.

FAQ: Oft gestellte Fragen rund um zentrale Lüftungssysteme

Kann ich die Fenster öffnen, auch wenn ich eine zentrale Wohnraumlüftung habe?

Ja, Sie können Ihre Fenster auch dann öffnen, wenn eine Lüftungsanlage in Betrieb ist. Außerhalb der Heizsaison ist dies überhaupt kein Problem. Während der Heizperiode sollten Sie jedoch vorsichtiger sein. Obwohl die Heizung einige der Wärmeverluste, die durch das Öffnen der Fenster entstehen, ausgleichen kann, hat sie ihre Grenzen. Deshalb ist es ratsam, im Winter die Fenster nur gezielt zu öffnen, um unnötige Energieverluste zu vermeiden.

Können Lüftungsanlagen Geräusche im Haus übertragen?

Ob Lüftungsanlagen Geräusche innerhalb des Gebäudes übertragen, hängt ganz von der Planung der Anlage ab. Es ist wichtig, hier nicht an der falschen Stelle zu sparen. Durch den gezielten Einsatz von Telefonieschalldämpfern und die Beachtung bestimmter Grundregeln beim Entwurf des Kanalnetzes kann der Telefonieschall auf ein übliches Maß reduziert werden.

Kann ich einen Kaminofen nutzen, wenn ich eine Lüftungsanlage habe?

Nein, Sie müssen nicht auf einen Kaminofen verzichten, wenn Sie eine zentrale Lüftung installieren. Es ist jedoch entscheidend, dass Sie die Genehmigung des zuständigen Schornsteinfegers einholen. Wir empfehlen, den Schornsteinfeger frühzeitig in die Planung einzubeziehen. Für den sicheren Betrieb eines Kaminofens zusammen mit einer Lüftungsanlage ist es ratsam, eine raumluftunabhängige Feuerstätte zu wählen. Zudem sollte die Möglichkeit vorgesehen werden, eine Sicherheitseinrichtung wie einen Differenzdruckschalter zu installieren.

Führt eine Lüftungsanlage zu trockener Luft im Haus?

Nein, eine korrekt dimensionierte Lüftungsanlage führt nicht zu übermäßig trockener Luft. Es ist entscheidend, dass die Lüftungsanlage so ausgelegt ist, dass sie nicht mehr Frischluft zuführt, als hygienisch notwendig. Im Vergleich dazu kann das Lüften durch Fenster oder Fugen oft zu einem höheren Luftaustausch führen, was die Luft trockener machen kann als bei einer gut eingestellten Lüftungsanlage.

Warum sinkt die Raum-Luftfeuchtigkeit in den Heizmonaten?

Die Raum-Luftfeuchtigkeit ist in den Heizmonaten oft niedrig, weil die von außen kommende Frischluft aufgrund der niedrigen Außentemperaturen weniger Feuchtigkeit enthält. Wenn diese kältere Luft im Gebäude erwärmt wird, sinkt ihre relative Luftfeuchtigkeit weiter. Um dem entgegenzuwirken, kann eine Anpassung der Einstellungen für den Luftwechsel während der Heizmonate hilfreich sein. Alternativ besteht die Möglichkeit, einen Luftbefeuchter zu verwenden, um die Feuchtigkeit in den Räumen zu erhöhen.

Wie häufig sollte eine zentrale Lüftungsanlage gereinigt werden?

Hersteller von zentralen Lüftungsanlagen empfehlen in der Regel, die Filter mindestens alle sechs Monate zu wechseln. Dies ist jedoch nur ein allgemeiner Richtwert. Abhängig von der Luftqualität an Ihrem Standort kann es ausreichend sein, den Filter nur einmal im Jahr zu wechseln.
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